Bericht Nr. 15: Adios, mi Chile querido

En este momento estoy en el aeropuerto de São Paulo, mi ultima destination en Sudamerica antes de volver a Alemania. Fue bastante rado cuando, en el mediodia fuí al aeropuerto de Santiago, pasando a muchos lugares que conosco y recuerdo. Estuvo pensando ¡que pena salir de este país que me encanta tanto! Me faltará esta ciudad, la gente, la Cordillera, la comida y las traigos; en general me faltará la vida chilena. Y, por supuesto me faltarán mis amigos y colegas que ha encontrado aquí.
Se que mi vida en Alemanis será muy bien. Encontraré a mi familia y muchos muy buenos amigos. Sin embargo, en el momento de salir estoy triste. Adios, mi Chile querido. Espero que volveré algun día.

Nun ist es also soweit: Nach zwei wundervollen Jahren in Chile habe ich die Heimreise angetreten. Im Moment befinde ich mich in São Paulo, dem letzten Zwischenstopp, bevor es weiter nach Deutschland geht. Chile, das Land, seine Bewohner und Eigenheiten sind mir inzwischen doch sehr ans Herz gewachsen. Und auch wenn mich auf das vor mir liegende freue, fällt der Abschied doch schwer.

Wer weiß, wie dieses Land aussieht, wenn ich vielleicht eines Tages zurückkehre? Schon in den vergangenen beiden Jahren hat sich besonders Santiago mit erstaunlicher Geschwindigkeit verändert. Innerhalb von 12 Monaten wurden 300 Wohnblocks fertiggestellt. Ca. 80 davon in meinem Bezirk, Providenica, und ca. 90 im Nachbarbezirk Las Condes. Daneben werden zahlreiche Bürogebäude gebaut, die das Erscheinungsbild der Stadt völlig verändern. An der Avenida Vitacura wurde vor etwa einem Jahr der Grundstein für den Torre Costanera gelegt, einen 250 m hohen Wolkenkratzer, der der höchste Südamerikas sein wird. Nur 100 m weiter sind die Erdarbeiten für den nicht viel kleineren Torre Titanium La Portada in vollem Gang. Ich bin gespannt, wie dieser Teil Santiagos in vier bis fünf Jahren aussehen wird.

Das schnelle Wachstum der Stadt macht auch einen Ausbau der Infrastruktur nötig. Während meines Aufenthaltes wurden drei neue Autobahnen eingeweiht, samt automatischem Maut-System (mit eingeschalteten Maut-Brücken und für alle Fahrzeuge). Außerdem erblickten zwei neue U-Bahnlinien das Licht der Welt. Eine weitere ist in Planung, derzeit wird eine bestehende Linie verlängert. Seit dem 10. Februar ist auch das neue Bussytem Transantiago in Betrieb. Nun wird nicht mehr in jedem Bus bar bezahlt, sondern stattdessen der Fahrpreis von einer Guthabenkarte abgebucht. Das Buchungssystem erkennt Anschlussverbindungen mit anderen Bussen oder U-Bahn-Linien und bucht in einem solchen Fall nur einen Fahrpreis ab. Es ist beeindruckend, in der Hauptstadt eines Schwellenlandes ein so modernes Verfahren anzutreffen. Allerdings gibt es zur Zeit noch einige Pobleme, da die Hersteller der neuen Busse ihre Liefertermine nicht einhalten konnten und es jetzt schlicht zu wenig Fahrzeuge gibt. Da hilft es natürlich auch nicht, wenn aufgebrachte Menschen einzene Busse abfackeln. Die Busfaher sind immerhin bisher mit heiler Haut davongekommen.

Auch sonst hat sich viel getan in diesem Land. Im Januar 2006 wurde Michelle Bachelet Jeria die erst (weibliche) Präsidentin Chiles. Am Tag der Wahl brachen Christoph, Roland und ich zu unserer Patagonien-Reise auf. Auf dem Weg zum Busbahnhof sahen wir auf der Plaza Italia die ausgelassen feiernden Anhänger der gemäßigten Linken. Ein knappes Jahr später das gleiche Bild: Die Linken feiern auf der Plaza Italia - dieses Mal den Tod von Augusto José Ramón Pinochet Ugarte, der einige Stunden zuvor in einem Militärhospital ca. 700 m von meiner Wohnung entfernt, verstorben war. Rund um dieses Hospital versammelten sich zur gleichen Zeit die Anhänger des früheren Dikatotors. Schilder mit "Gracias, mi General"-Aufschriften, Porträts des Verstorbenen, chilenische Fahnen, Absingen der Nationalhymne, "Chile, Chile"-Rufe und zahlreiche faschistische Grüße schufen eine recht unheimliche Atmosphäre. Ich hoffe, dass der Tod des Diktators dazu beitragen wird, die Spaltung der Gesellschaft in Pinochet-Anhänger und -Gegner zu überwinden. In dieser Hinsicht gibt es nach wie vor erstaunliche Gegensätze im Land: Ein Enkel Pinochets wurde unehrenhaft aus der Armee entlassen, nachdem er während der Beisetzung seines Großvaters dessen Putsch gerechtfertog hatte. Gleichzeitig ist eine der wichtigsten Straßen Santiagos nach wie vor nach dem Datum dieses Putches benannt.

Materiell gesehen immerhin, geht es den Chilenen immer besser. Noch Pinochet hatte einige wichtige Wirtschaftsreformen in Gang gebracht - und auch die seit dessen Abwahl regierende Linke betreibt eine sehr liberale Wirtschaftspolitik. Die Gegensätze zwischen den riesigen Anwesen in La Dehesa und den Stahl- und Glastürmen in Las Condes einerseits und den Holzhütten der Poblaciones, in die sich die Polizei nur tagsüber traut, andererseits sind gewiss grotesk und auch im Vergleich mit anderen Schwellenländern extrem. Doch auf der anderen Seite verringerte sich der Anteil in Armut lebender Menschen von 46 % der Gesamtbevölkerung im Jahre 1987 auf 18.8 % im Jahre 2005. Trotz der extremen Gegensätze zwischen arm und reich profitieren also auch die Armen von dem stabilen Wirtschaftswachstum Mitte der Neunziger und seit 2000. Das langsame Entstehen einer chilenischen Mittelschicht ist auch täglich sichtbar. Der Bauboom gründet sich nicht zuletzt darauf, dass sich inzwischen viel Menschen eine eigene Wohnung leisten können und nicht mehr bei ihrer Familie leben müssen. Dazu kommen die großen Einkaufszentren, die inwzischen auch in traditionell eher armen Vierteln Santiagos und auch in Provinstädten entstehen.

Nach wie vor steht Chile vor großen Herausforderungen: Bekämpfung der Armut, Bildungszugang, Dezentralisierung, Verringerung der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Rohstoffexporten, etc. Doch scheint mir, dass sich das Land insgesamt in die richtige Richtung entwickelt. Einer Umfrage zufolge sind Chilenen und Argentinier die zufriedensten Südamerikaner. Und 80% der Chilenen glauben, dass es ihnen jetzt besser geht als früher ihren Eltern. Es ist zu wünschen, dass die "Preussen Südamerikas" mit ihrer Mischung aus lateinischer Herzlichkeit und Gelassenheit sowie Fleiß und Geschäftigkeit es schaffen, ihre Demokratie weiter zu festigen und den Wohlstand ihres Landes zu mehren.

01.03.2007

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