Stromkonstanter

by Martin Clausen (mc AT rotgradpsi DOT de)

Diese Schaltung stabilisiert einen einstellbaren Strom von bis zu einigen Ampere.

Oft wird eine genaue Spannungsreferenz gebraucht, dafür gibt es eine reiche Auswahl an Schaltungen und speziellen ICs für alle Ansprüche. Doch manchmal muß auch ein Strom stabilisiert werden. Dafür ist diese Schaltung entworfen.

Inhaltsverzeichnis:

Beschreibung

Der OP bildet mit dem MOSFET und dem 0,1 Ohm Widerstand eine Regelschleife. Dabei ist es wichtig, daß der OP sowohl Eingangs- als auch Ausgangsspannungen bis Masse unterstützt. Geeignet sind somit z.B. LT1006 oder für weniger anspruchsvolle Anwendungen ein TLC271. Werden mehrere Stromquellen benötigt, können auch Doppel- oder Vierfach-OP verwendet werden. Ein ICL8069 reicht für alle I-Quellen. Je nach Anwendung reicht auch ein IRF520 (nur bis 50V) statt des angegebenen IRF620.

Die Schaltung laut Schaltplan ist für 0 bis 2A dimensioniert. Für größere Ströme kann der 0,1 Ohm Widerstand verringert werden. Der MOSFET muß dann unter Umständen durch ein kräftigeren Typ ersetzt werden. Eine Anpassung des Stromes ist auch durch Variation des 47k Widerstandes möglich. Dabei muß darauf geachtet werden, daß eine größerer Spannungsabfall am 0,1 Ohm Widerstand dort zu erhöhter Verlustleistung und damit zu Drift führen kann. Die Genauigkeit der Schaltung ist beim Einsatz des LT1006 weitgehend vom Temperaturkoeffizienten des 0,1 Ohm Widerstandes abhängig. Gut geeignet sind z.B. die Präzisionswiderstände in Vier-Leiter-Technik der PBV Serie der Isabellenhütte (bei Conrad). Für den Aufbau ist eine sternförmige Masseführung unerläßlich. Das Poti kann durch ein durch Spannungsteiler oder DAC ersetzt werden.

In Abhängigkeit vom erwarteten Spannungsabfall über Shunt und MOSFET ist der Kühlkörper zu dimensionieren. Dabei darf der Spannungsabfall über den MOSFET auch nicht zu gering gewählt werden, damit der Regelbereich der Schaltung nicht verlassen wird.
Beispiel:
gesamter Spannungsabfall am Regler 4 bis 15 Volt, Strom 2 Ampere
Spannungsabfall am Shunt max. 0,2 Volt, am MOSFET max. 14,8 Volt
Lufttemperatur 50°C, Sperrschichttemperatur 150°C, Wärmewiderstand TO-220 ohne Isolierung mit Wärmeleitpaste 2K/W
Daher darf der Kühlkörper einen maximalen Wärmeleitwiderstand von (150-50)/(14,8*2) - 2 = 3,38 K/W besitzen.

Sollten Schwingungen des Regelkreises beobachtet werden, so muß zwischen Pin 6 und Pin 2 des OP ein 10 nF Kondensator eingefügt werden. Dieser verringert jedoch auch die Regelgeschwindigkeit. Die Neigung zu Schwingungen nimmt mit steigendem Verstärkungsfaktor des MOSFETs zu. (Siehe auch µC Stromkonstanter)

Wer nicht so hohe Anforderungen stellt, kann auch einen LM317 entsprechend beschalten und erhält dann sehr einfach eine Stromquelle.

Für eine computergesteuerte Stromquelle siehe µC Stromkonstanter.

Berechnung der Save Operating Area und Daten zu Drift und Rauschen in iconst.pdf (ohne Bilder).

Bauteileliste

n entspricht der Anzahl der Stromquellen

Download des Schaltplans

Die Bauteilebeschriftung ist wie folgt zu lesen:
Bauteiltyp + Wert in exponential Form + Gehäusebezeichnung + Unternummer der Funktionseinheit
zum Beispiel: C1040805,1 ist ein Kondensator, 100nF, Gehäuse SMD 0805, erste Funktionseinheit im Gehäuse

Ähnliche Projekte

BeschreibungAutor
current source for laser diodes (Englisch) atom optics group, university of Melbourn

Disclaimer: No warranty at all!
Copyright by Martin Clausen, Germany.
Kontakt zum Autor: mc AT rotgradpsi PUNKT de
Impressum